Junge Gemeinden? Jugendgemeinden? Jugendkirche?

  • Wir beschreiben hier, warum wir von „jungen Gemeinden“ reden und was wir darunter verstehen.
  • Auch der Unterschied zu Jugendgottesdiensten, „fresh expressions of church“ und Jugendkirchen wird benannt
  • Und ein kleines Glossar klärt und erklärt Begriffe.
  • Einige Mitglieder verschiedener Jugendkirchen erzählen, was sie an jungen Gemeinden faszinierend finden

Was ist Junge Gemeinde?

Eine Definition

Hauptamtliche aus dem „Netzwerk Junge Gemeinden“ in Württemberg haben diese Definition erarbeitet:

Eine Junge Gemeinde ist eine Form von Kirche, die sich an einer der Lebenswelten junger Menschen orientiert. Sie lebt Gemeinde mit jungen Menschen -  gerade auch mit denen, für die „Kirche“ vorher bedeutungslos war.

Sie entsteht durch intensives Hören auf Gott und auf die Lebensumstände Jugendlicher.
Wie Christus weiß sie sich von Gott gesandt und verkörpert das Evangelium unter ihnen.
In der Kraft des Geistes schafft sie Gemeinschaft und nimmt junge Menschen in die Nachfolge Christi hinein.
Sie hat das Potential ganz Kirche zu sein, ist aber nie die ganze Kirche.

Gemeinde und Kirche (ekklesia) lässt sich an Hand von vier bleibende Kennzeichen (notae ecclesiae) beschreiben und lebt vier Dimensionen von Beziehung. Programm ist zweitrangig und dient in erster Linie dem Aufbau einer neuen Beziehungsqualität. Die vier Beziehungsebenen sind:

UP: Die Liebe zu Gott - intensiv gelebte Spiritualität - Kirche ist heilig (sancta)
IN: Die Liebe untereinander - tragfähige und authentische Gemeinschaft - Kirche ist eins (una)
OUT: Die Liebe zur Welt - eine klare Berufung und Sendung (Mission) - Kirche ist gesandt (apostolica)
OF: Die Liebe zur ganzen Kirche (geschichtlich und weltweit) - gelebte Ökumene auch vor Ort - Kirche ist umfassend (catholica)

 

Unser Verständnis von „Gemeinde“ orientiert sich am neutestamentlichen Begriff der „ekklesia“. Dieser umfasst die Gemeinde im Haus (Oikos-Gemeinde - damalige Normal-Form), aber auch die Gemeinde vor Ort. Darüber hinaus kann„ekklesia“ auch für die Gemeinde in der Provinz stehen und für die Weltkirche (ekklesia tou theou).
Ein Bild kann verdeutlichen, wie vielgestaltig Gemeinde im Neuen Testament gedacht und gelebt wird. Wie H2O in der Gestalt von Wasserdampf, Gartenteich, Fluss oder Ozean ganz unterschiedlich konkret wird, so kann auch "ekklesia" unterschiedliche Formen und Größen haben und ist eher ein Netzwerk mit verschieden großen Knotenpunkten als ein abgegrenzter Bezirk. Unser Gemeinde-Begriff ist bisher - aus historischen Gründen - meist auf die Form der Orts-Gemeinde verengt.

Diese  Definition wurde im Dezember 2013 vom Vorstand des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg verabschiedet.

Worin besteht der Unterschied zu Jugendkirche, Jugendgottesdienste und Fresh X?

Im Unterschied zur Jungen Gemeinde steht Jugendkirche für ein Konzept mit einer stärkeren Raumorientierung. Die Jugendarbeit bekommt dabei meist einen Kirchen-Raum zur Verfügung gestellt und kann diesen prägen und gestalten. In Jugendkirchen gibt es oft vielfältige, niederschwellige Angebote, was aber auch mehr Ressourcen (Hauptamtliche, Finanzen) erfordert. Auch eine Jugendkirche wird auf Dauer nicht ohne "Hochverbundene" auskommen. Der Kern der Engagierten wird dann auch eine Form von "junger Gemeinde" leben.

Viele junge Gemeinden haben einen Jugendgottesdienst als Mittelpunkt, der meist vierzehntägig oder wöchentlich gefeiert wird. Aber über den Jugendgottesdienst und den Event hinaus bildet sich bei einer Jungen Gemeinde so etwas wie ein Gemeindebewusstsein und ein vielfältiges Gemeindeleben. Dieses wird die vier in der Definition genannten Beziehungs-Dimensionen widerspiegeln und lässt sie konkret werden.

Junge Gemeinden können auch als ein Teil der „fresh expressions of church“ – Bewegung gestehen werden. Während Junge Gemeinden sich auf jugendliche Zielgruppen fokussieren, richten sich Fresh X altersübergreifend an alle kirchenfernen Zielgruppen und Milieus. Eine Fresh X im engeren Sinn wird aber nicht mit einer gottesdienstlichen Veranstaltung starten, sondern mit dem in der Definition genannten Hören und Dienen, mit dem Aufbau von Gemeinschaft und der Einladung in die Nachfolge. Ein Gottesdienst kann hier am Ende stehen, muss aber nicht. Es geht um die vier gelebten Beziehungsdimensionen und nicht um ein vorgegebenes Programm.

Mehr zu Fresh X: freshexpressions.de

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